1. Informationen zum Bauverfahren

Informationen zum Bauverfahren

Arten von BauvorhabenFotolia_48692263_XS.jpg

Das Vorarlberger Baugesetz (BauG) unterscheidet drei Arten von Bauvorhaben:

  • bewilligungspflichtige Bauvorhaben (§18 BauG)
  • anzeigepflichtige Bauvorhaben (§19 BauG)
  • freie Bauvorhaben (§20 BauG)


Bauvorhaben wie die Errichtung und wesentliche Änderung von Gebäuden, Nutzungsänderungen von Gebäuden, Werbeanlagen u.ä. und Vorhaben, die einer Abstandsnachsicht bedürfen, sind im Sinne des § 18 BauG bewilligungspflichtig. Die Baubewilligung bescheinigt die gesetzeskonforme Planung  eines Bauvorhabens und ermächtigt mit ihrer Rechtskraft zu dessen Ausführung.

Bauvorhaben wie die Errichtung von kleineren Nebengebäuden (z.B. Geräteschuppen), Bauwerken, die keine Gebäude sind (z.B. Carports, Schwimmbecken, Stützmauern), straßenseitigen Einfriedungen oder Abbrüche von Gebäuden) sind im Sinne des § 19 BauG anzeigepflichtig. Ein wesentlicher Unterschied zu bewilligungspflichtigen Verfahren liegt darin, dass die Nachbarn im Anzeigeverfahren nicht Partei sind. Der Freigabebescheid bescheinigt die gesetzeskonforme Planung  eines Bauvorhabens und ermächtigt mit seiner Rechtskraft zu dessen Ausführung. Auch darf mit dem Bau begonnen werden, wenn die Baubehörde innerhalb von 6 Wochen nach erfolgter Bauanzeige keine Entscheidung getroffen hat.

Gewisse Bauvorhaben, wie z.B. die Errichtung von nicht an öffentlichen Straßen gelegenen Einfriedungen bis max 1,80 m Höhe oder bloße Sanierungsmaßnahmen, sind im Sinne des § 20 BauG frei.

Im Zweifelsfall entscheidet die Behörde, ob Bewilligungs- oder Anzeigepflicht gegeben ist. Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite und empfehlen Ihnen, zur generellen Abklärung bei uns zu unseren Amtszeiten oder nach telefonischer Vereinbarung vorbeizuschauen.

Links zu erläuternden Kommentaren und baurechtlichen Gesetzestexten finden sie im Bereich Links und Download.


Die notwendigen Schritte zur Baubewilligung oder zum Freigabebescheid

1. Einreichung des Bauantrags/der Bauanzeige samt der Planunterlagen laut Baueingabeverordnung. Wir empfehlen
    eine vorangehende Abklärung mit uns. Wir bitten um die digitale Zurverfügungstellung der Planunterlagen zusätzlich
    zur obligatorischen Papierform.

2. Begutachtung der Einreichunterlagen durch die Baurechtsverwaltung amKumma

3. Kundmachung der Bauverhandlung oder schriftliches Parteiengehör im Falle eines positiven
    Begutachtungsergebnisses

4. Akteneinsicht, etwaige Stellungnahmen der Nachbarn und sonstiger Parteien

5. Mündliche Bauverhandlung, falls erforderlich

6. Baubewilligung bzw. Freigabebescheid, falls die Bewilligungsfähigkeit gegeben ist

7. Schriftliche Meldung der Fertigstellung des Bauvorhabens. Anschließend erfolgt allenfalls eine Schlußprüfung vor Ort.


Checkliste zur Einreichung eines Bauantrags/einer Bauanzeige

1. Schriftlicher Bauantrag bzw. schriftliche Bauanzeige mit Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mailadresse der
    bauwerbenden Person, Angabe von Art, Lage, Umfang und beabsichtigter Verwendung des Bauvorhabens.

2. Energieausweis, sofern es sich um "konditionierte" (beheizt, gekühlt etc.) Gebäude handelt.

3. Unterschriften der bauwerbenden Person und aller Grundeigentümer.

4. Zustimmung der betroffenen Nachbarn zur Erteilung einer Abstandsnachsicht, falls erforderlich.

5. Nachweis der rechtlich gesicherten Anbindung an eine öffentliche Verkehrsfläche, etwa mittels eines
    Dienstbarkeitsvertrags.

6. Verzeichnis der Nachbarn unter Angabe der Anschriften und Grundstücksnummern der Nachbargrundstücke.

7. Maßstäbliche Plan- und Beschreibungsunterlagen in dreifacher Ausfertigung:Fotolia_68904164_XS.jpg

  • Baubeschreibung - Ausführungsart der Bauteile mit den dazugehörenden Berechnungen, Abwasserbeseitigung, Strom- und Wasserversorgung, Beheizung u.ä.
  • Übersichtsplan im Maßstab M 1:1000.
  • Schnitte, Ansichten und Geschossgrundrisse M 1:100.
  • Abstandsflächenplan 1:200.
  • Lageplan M 1:500 mit Darstellung des Bauvorhabens samt Zufahrten, Abstellplätzen, Abwasseranlagen u.ä.
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