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Länderverbindende Zukunft im Alpenrheintal

Eine neue Ära der Kooperation haben die Agglomerationen Rheintal und Werdenberg-Liechtenstein an einer gemeinsamen Versammlung in Feldkirch eingeläutet. Ein erstes Etappenziel ist dabei die Erarbeitung eines gemeinsamen Zukunftsbildes für das jeweilige Agglomerationsprogramm der 6. Generation.

Die Agglomerationen Werdenberg-Liechtenstein und Rheintal stehen vor den gleichen Herausforderungen: Wie können die grenzüberschreitenden Verkehrssysteme effizient und nachhaltig gestaltet werden, während gleichzeitig die besonderen Anforderungen einer Zusammenarbeit über Staatsgrenzen gemeistert werden müssen? Diese Frage prägt die zukünftige Entwicklung der beiden Agglomerationsregionen, die nicht nur geographisch, sondern auch funktional wie bspw. durch Pendlerbewegungen eng miteinander verbunden sind.

Die Grenzregion zwischen Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz ist gekennzeichnet durch eine einzigartige Kombination aus raumplanerischen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Fragen und Herausforderungen. Der regionale Verkehr sowie die Siedlungsentwicklung sind Themen, die nur gemeinsam in enger Zusammenarbeit nachhaltig gelöst werden können. Bisher existieren bereits zahlreiche Planungen und Programme auf unterschiedlichen Ebenen der regionalen Entwicklung, doch eine umfassende, koordinierte Betrachtung über den Grossraum des Vorarlberger und St.Galler Rheintals sowie der Region Werdenberg und dem Land Liechtenstein fehlt bisher.

Schritte der Zusammenarbeit

Die beiden Agglomerationen Rheintal und Werdenberg-Liechtenstein haben sich in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie eine verstärkte Zusammenarbeit aussehen kann. Dazu hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Trägerschaften (Gemeinden, Kanton St.Gallen, Land Liechtenstein, Land Vorarlberg) verschiedene Szenarien für eine mögliche, zukünftige Zusammenarbeit entwickelt. Daraus wurden vier „Bausteine“ erarbeitet, die unterschiedliche Modelle der Kooperation aufzeigen.

Die ausgearbeiteten Szenarien verdeutlichten, dass eine vertiefte Zusammenarbeit grundsätzlich mehr Vorteile als Nachteile bietet und weiterverfolgt werden soll. Die Arbeitsgruppe empfiehlt ein schrittweises Vorgehen,  um eine langfristige Zusammenarbeit zu etablieren.

Synergien für die gesamte Region

Ein erster wesentlicher Schritt für die weitere Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsbildes für den Raum Rheintal, Werdenberg und Liechtenstein. Dieses Zukunftsbild soll als Grundlage für die zukünftige Weiterentwicklung der Region dienen und eine koordinierte, grenzüberschreitende Planung ermöglichen.

Die Mitglieder der beiden Agglomerationen haben am 5. Dezember 2024 im Montforthaus in Feldkirch in  einer gemeinsamen Veranstaltung einstimmig entschieden, einen gemeinsamen Zukunftsbildprozess zu starten. Das daraus resultierende Zukunftsbild wird gleichzeitig als Grundlage für die jeweiligen Agglomerationsprogramme der 6. Generation (AP6) genutzt.

„Ein gemeinsames Zukunftsbild für das gesamte Rheintal ist entscheidend, um die Herausforderungen in den Bereichen Mobilität, Verkehr und Siedlungsentwicklung zu bewältigen. Dieser Prozess stellt sicher, dass wir über die Grenzen hinweg im funktionalen Raum denken und handeln können und die vorhandenen Synergien nutzen“, sind sich die Präsidenten der beiden Agglomerationen einig.

Das gemeinsame Zukunftsbild wird für die gesamte Region von grosser Bedeutung sein. Gemeinsam sollen Strategien entwickelt werden, die länderverbindend einen Mehrwert schaffen.

Mit der Zustimmung zum gemeinsamen Erarbeitungsprozess haben die Mitglieder der beiden Agglomerationen Rheintal und Werdenberg-Liechtenstein einen ersten, bedeutsamen Meilenstein der trinationalen, länderverbindenden Zusammenarbeit gelegt.