2 Nationen – 22 Gemeinden – 1 Rheintal: Gemeinsam für eine enkeltaugliche Zukunft

Die Mitgliedsgemeinden des grenzüberschreitenden Vereins Agglomeration Rheintal haben in St. Margrethen ihre dritte ordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Hauptthema war die Diskussion eines gemeinsamen Zukunftsbildes für das Rheintal.
2 Nationen – 22 Gemeinden – 1 Rheintal: Gemeinsam für eine enkeltaugliche Zukunft

Das St. Galler und Vorarlberger Rheintal ist zu einem großen Siedlungsband zusammengewachsen.  In der Region Rheintal leben rund 170.000 Menschen. Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung machen vor Landesgrenzen keinen Halt mehr. Diese  Entwicklung fordert auch ein grenzübergreifendes Denken und Handeln in der Raumplanung, um die Menschen der Region in dieser Hinsicht zu unterstützen. Es braucht eine stärkere Positionierung für EINE Region, um die Herausforderungen der Zukunft nachhaltig bewältigen zu können.

Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2016 der Verein „Agglomerationsprogramm Rheintal“ gegründet. An diesem Zusammenschluss von zwölf Schweizer Gemeinden sowie neun Rhein-nahen Vorarlberger Kommunen in Kooperation mit dem Kanton St. Gallen und dem Land wurde bei der Versammlung auch die Stadt Feldkirch als zehnte Vorarlberger Gemeinde Mitglied des Vereins. Die Stadt Hohenems sowie die amKumma-Gemeinden Altach, Götzis, Koblach und Mäder sind bereits seit der Gründung Vereinsmitglieder.

Die Nutzungsansprüche an den Raum im Rheintal sind eng miteinander verflochten. Beispiele dafür sind die Pendlerverflechtungen und Verkehrsprojekte wie die Verbindung der Autobahnen im Rheintal oder die Netzstrategie für den Bereich Diepolds­au, Hohenems, Altach und Mäder. Planungen laufen aber auch für den Rad- und Fußverkehr, wie Ergänzungen im Radroutennetz etwa mit neuen Brücken. Als konkretes Projekt ist hier bereits das „Velotal Rheintal“ entstanden.

Die Komplexität eines tragbaren Zukunftsbildes

Im Anschluss an die statutarischen Punkte präsentierte Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen und Präsident des Vereins Agglomeration Rheintal, den ausgearbeiteten Entwurf des Zukunftsbildes sowie der zugrundeliegenden Prinzipien und Grundsätze für die Region Rheintal. Die Gemeinden werden nun in einem nächsten Schritt Rückmeldungen zum Zukunftsbild machen. Bei der Agglokonferenz am 26. Januar 2018 soll das konsolidierte Zukunftsbild den beteiligten Gemeinden, Institutionen, Verbänden und weiteren Interessengruppen vorgestellt werden. Im März 2018 wird die vierte Mitgliederversammlung des Vereins Agglomeration Rheintal das Zukunftsbild definitiv verabschieden. Darauf aufbauend werden Strategien und Maßnahmen für die Entwicklung des unteren Alpenrheintals erarbeitet mit dem Ziel, im Jahr 2020 ein genehmigungsfähiges Agglomerationsprogramm beim Schweizer Bund einzureichen.

Aggloprogramm Voraussetzung für Schweizer Bundessubventionen

Zweck dieses grenzüberschreitenden Agglomerationsprogrammes ist es, den Weg für eine abgestimmte Entwicklung von Siedlung, Verkehr und Landschaft im Rheintal aufzuzeigen und damit Bundessubventionen grenzüberschreitend für wichtige Verkehrsinfrastrukturen im Rheintal zu erhalten.

Aggloprogramm und REK amKumma

Die vier Kummenberggemeinden Altach, Götzis, Koblach und Mäder sind alle Mitglied beim Verein Agglomeration Rheintal. Gemeinsam wird die Region ihr Räumliches Entwicklungskonzept (REK) aus dem Jahr 2009 überarbeiten. Dabei stehen ähnliche Fragen wie beim Zukunftsbild des Aggloprogramms im Fokus. Aus diesem Grund wird das gemeinsam erarbeitete Zukunftsbild auch bei der Überarbeitung des REKs berücksichtigt und in die Planungen einfließen.

Weiterführende Informationen und Unterlagen zum Thema Agglomerationsprogramm finden Sie neu auf der Webseite des Vereins: www.agglomeration-rheintal.org

Was ist ein Zukunftsbild?

Das Zukunftsbild stellt ein räumlich konkretes Bild dar, welches aufzeigt, an welcher zukünftigen Siedlungsstruktur und Struktur des Verkehrssystems sich die Agglomeration orientiert. Es wird in grafischer und textlicher Form dargelegt und soll insbesondere folgende Elemente enthalten bzw. Fragen beantworten:

  • Aus WAS werden die wichtigsten Elemente des Verkehrssystems der Agglomeration bestehen und WO werden sie liegen?
  • Aus WAS wird die Siedlungsentwicklung bestehen und WO wird sie konzentriert?
  • Aus WAS werden die bedeutenden Natur- und Landschaftsräume (Natur, Wald, Landwirtschaft und Naherholungsgebiete) sowie ihre Vernetzungen bestehen und WO werden sie liegen?

Das Zukunftsbild muss für die Bereiche Verkehr und Siedlung je in eine Teilstrategie übersetzt werden, in welcher genauer aufgezeigt wird WIE auf den Handlungsbedarf eingegangen wird. Inhalt und Umfang sollen dabei den spezifischen Herausforderungen und der Größe der Agglomeration Rechnung tragen.

Als wichtige Informationsplattform wurde die neue Webseite www.agglomeration-rheintal.org vorgestellt. Hier sind in Zukunft alle relevanten Informationen zum Thema Agglomerationsprogramm Rheintal zu finden.

 

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